Miete, Essen oder Lernmittel - das alles will bei einem Studium finanziert werden. Wer seine Finanzen gut plant, geht ganz entspannt durchs Studium.


Studieren kostet Geld, lohnt sich aber auch, denn Akademiker haben meist interessante Berufe mit attraktiven Entwicklungsmöglichkeiten und verdienen häufig auch sehr gut.

Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die Kosten eines Studiums und zeigen Möglichkeiten der Finanzierung auf. Ob Sie BAföG beantragen, sich für ein Stipendium bewerben oder während des Studiums jobben möchten - auf dieser Seite finden Sie wichtige Informationen und nützliche Tipps, wie Sie Ihr Studium finanzieren können.

Info: Die durchschnittlichen Monatskosten für Studierende in Thüringen sind im Vergleich zu anderen Bundesländern verhältnismäßig gering.


Kosten eines Studiums

Ganz kostenlos ist ein Studium leider nicht. Miete, Kleidung, Lernmittel und Fahrtkosten wollen finanziert sein. Die Kosten für ein Studium hängen dabei von vielen Faktoren ab, beispielsweise von der eigenen Wohnung oder der Größe des Studienortes.

Semesterbeitrag

Der Semesterbeitrag gehört zu den Ausbildungskosten und fällt an jeder Hochschule in unterschiedlicher Höhe zu Semesterbeginn an. In Thüringen sind in diesem Beitrag die Kosten für das Semesterticket enthalten, mit dem Sie kostenfrei den Regionalverkehr in ganz Thüringen nutzen können.

Lebenshaltungskosten

Im Schnitt geben deutsche "Normalstudierende" (ledig, im Erststudium, nicht mehr bei den Eltern lebend) etwa 794 Euro im Monat aus. Wie diese Summe zustande kommt, zeigt die folgende Grafik. Natürlich können die einzelnen Kosten abhängig von Ihrem Lebensstil variieren.

Achtung Langzeitstudiengebühren

Versuchen Sie die Regelstudienzeit für Ihren Studiengang einzuhalten. Eine deutliche Überschreitung kann sich negativ auf die Förderung nach dem BAföG auswirken und zudem die Zahlung von Langzeitstudiengebühren nach sich ziehen.

Studierende, die die Regelstudienzeit ihres Studiengangs um mehr als vier Semester überschreiten, müssen zusätzlich zum Semesterbeitrag in einigen Bundesländern Langzeitstudiengebühren von 500 bis 800 Euro pro Semester zahlen.



Finanzierungsmöglichkeiten

Lassen Sie sich nicht von den Kosten abschrecken! Es gibt verschiedene Wege und Quellen, um ein Studium zu finanzieren. Um den Überblick bei der Vielzahl der Angebote zu behalten, stellen wir Ihnen die wichtigsten Informationen zu den unterschiedlichen Finanzierungsvarianten vor.

BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz)

Ziel des BAföGs ist es, jungen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft und sozialen Situation eine Ausbildung zu ermöglichen, die ihren Fähigkeiten und Neigungen entspricht. Einkommensabhängig kann die Förderung bis zu max. 670 Euro monatlich betragen.

Ob und wie viel BAföG Studierende bekommen, hängt maßgeblich von der Einkommenssituation ihrer Eltern bzw. ihrem eigenem, individuellen anzurechnenden Einkommen ab. Lassen Sie sich zunächst beraten, welche Unterlagen gebraucht werden und welche Voraussetzungen Sie für eine Förderung erfüllen müssen.

Auch wenn Ihre Eltern gut verdienen oder Sie selbst finanziell gut versorgt sind, können Sie einen Antrag auf BAföG beim Studentenwerk  stellen. Die Berechnungen ergeben vielleicht trotzdem eine Förderung. Diese muss nach dem Studium grundsätzlich nur zur Hälfte zurückgezahlt werden, maximal in einer Höhe von 10.000 Euro.

Wenn Sie zu den ersten 30% Ihres Abschlussjahrgangs gehören, kann die Rückzahlung teilweise erlassen werden. Dies trifft übrigens auch zu, wenn Sie die geforderte Summe mit einer einzigen Rate tilgen.

Tipp: Beantragen Sie BAföG so früh wie möglich, am besten bereits, sobald die Studienzulassung vorliegt. Die Bearbeitung kann unter Umständen recht lang dauern.

Weiterführende Informationen

www.bafoeg.bmbf.de

www.das-neue-bafoeg.de

BAföG-Hotline: 0800 2236341


BAföG im Masterstudium

Grundsätzlich können Sie auch während Ihres Masterstudiums eine BAföG-Förderung erhalten, wenn Sie einige Voraussetzungen erfüllen:

Ihrem  Masterstudium geht ein Bachelor-Abschluss voraus.
Anderweitige erste Hochschulabschlüsse, wie z.B. das Diplom, zählen nicht dazu. Allerdings verlangt das Gesetz keinen besonderen fachlichen Zusammenhang zwischen Bachelor und anschließendem Masterstudium.

Sie haben bei Beantragung des BAföGs das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet.
Unter bestimmten Voraussetzungen, z.B.  aus persönlichen oder familiären Gründen, gelten Ausnahmeregelungen.

Weitere Informationen zur BAföG-Förderung im Masterstudium sowie Wissenswertes zu Sonderfällen wie dem Fachrichtungswechsel erhalten Sie unter www.bafoeg-aktuell.de


Stipendien und Begabtenförderung

Zur Finanzierung des Studiums gibt es auch die Möglichkeit, ein Stipendium in Anspruch zu nehmen. Diese sind nicht ausschließlich etwas für Hochbegabte, denn neben guten Leistungen spielen auch andere Voraussetzungen wie gesellschaftliches Engagement eine Rolle. Eine gute Übersicht zu den Stipendien-Bedingungen in Thüringen gibt es auf der Website des Studierendenwerks Thüringen.

Das Deutschlandstipendium fördert Studierende sowie Studienanfängerinnen und Studienanfänger, deren Werdegang herausragende Leistungen in Studium und Beruf erwarten lässt, mit 300 Euro monatlich. Die Hälfte wird dabei vom Bund und die andere Hälfte von privaten Stiftern finanziert. Interessierte bewerben sich direkt bei den anbietenden Hochschulen. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter www.deutschland-stipendium.de.

Durch ein Stipendium der Begabtenförderungswerke werden besonders befähigte und gesellschaftlich engagierte Studierende und Promovierende im staatlichen Auftrag gefördert. Die Höhe der individuellen Förderung orientiert sich am BAföG und ist von der elterlichen und einkommensbezogenen Situation der ausgewählten Studierenden abhängig. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.begabtenfoerderungswerke.de.

Auch Stiftungen fördern Studierende, wobei sich die Kriterien teilweise stark unterscheiden. Genaueres hierzu finden Sie z.B. unter www.stifterverband.de, www.studienstiftung.de oder www.stiftungen.org.


Studiendarlehen und Kredite

Auch ohne BAföG oder Stipendium müssen Sie nicht auf Ihr Studium verzichten. Die Landesbanken der einzelnen Bundesländer bieten Kredite zur Finanzierung der Studienbeiträge an. Für BAföG-Empfänger ist das zurückzuzahlende Darlehen je nach Bundesland in unterschiedlicher Höhe begrenzt. Außerdem ist es möglich, einen Studienkredit der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abzurufen.
Günstiger kann auch ein Bildungskredit nach dem Bildungsprogramm des Bundes sein, www.bva.bund.de und www.bmbf.de

Tipp! Das BAföG-Amt und das Studentenwerk beraten Sie unabhängig und objektiv über Studienkredite.

Studentenwerkskredite

Auch das Studentenwerk kann finanzielle Hilfestellung geben. So genannte Härtefonds- oder Überbrückungsdarlehen sollen Studierenden helfen, die unverschuldet in Not geraten sind, oder über deren BAföG-Antrag noch nicht entschieden werden konnte. Zudem vergibt das Studentenwerk unter bestimmten Voraussetzungen Kurzdarlehen von bis zu maximal 700 Euro. Bei Fragen zur Studienfinanzierung stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Studentenwerks gern zur Verfügung.


Jobben im Studium

Etwa zwei Drittel der Studierenden jobben neben dem Studium. Entsprechende Angebote hängen häufig in den Hochschulen aus oder sind an den jeweiligen INFOtaken der Hochschulen zu erfragen.

Auch innerhalb der Hochschule besteht die Möglichkeit, sich als wissenschaftliche Hilfskraft etwas dazu zu verdienen. Bis zu einem bestimmten Jahresbetrag, der vom Bund festgelegt ist, bleibt der Verdienst steuerfrei. Geringfügige Beschäftigungen („400-Euro-Jobs“) sind auch parallel zu einer BAföG-Förderung möglich, ohne dass sich die Höhe der BAföG-Förderung ändert.

Achtung: Wer nebenbei arbeitet, sollte darauf achten, dass das Studium nicht zu kurz kommt. Immerhin beträgt der durchschnittliche Zeitaufwand für das Studium 35 Stunden pro Woche.

Info: Für internationale Studierende gelten besondere Regelungen für Steuern oder begrenzte Arbeitszeiten. Wichtig ist auch das Niveau ihrer deutschen Sprachkenntnisse.


Spartipps

Studierende erhalten recht häufig Vergünstigungen für ausgewählte Angebote, z.B. für Notebooks, Software oder Handy-Tarife. Auch preiswerte Versicherungen, Nachlässe bei Kulturveranstaltungen oder die Befreiung von den GEZ-Gebühren sind möglich.

Im Internet finden Sie einige Webseiten, die sich speziell dem Thema Studentenrabatte und Spartipps widmen.


Finanzierungsmöglichkeiten für Internationals

Neben den Stiftungen und der Begabtenförderungswerken, die auch für deutsche Studierende relevant sind, ist der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) wichtigster Stipendiengeber für internationale Studierende.

Der DAAD ist in vielen Ländern durch Außenstellen oder Lektoren an den Hochschulen im Fachbereich Germanistik / Deutsch als Fremdsprache vertreten. Sie können sich also bereits in Ihrem Heimatland über die Stipendienmöglichkeiten beraten lassen und bewerben.

Unser Tipp: Wenn Sie Ihr Studium in Deutschland planen, sollten Sie sich zunächst in Ihrem Heimatland nach einer finanziellen Förderung erkundigen. Die deutschen Institutionen bieten zwar zahlreiche Stipendien für ausländische Studierende an, doch manchmal sind die Anforderungen sehr speziell und nicht für jeden Studierenden geeignet.

In der Stipendiendatenbank des DAAD können Sie, geordnet nach Herkunftsland und Studienrichtung, nach Stipendien von deutschen Organisationen suchen.

www.daad.de/stipendien


Informationen für Eltern

Ein Studium muss finanziert werden. Wieviel Sie hierfür im Einzelnen einplanen sollten, erfahren Sie weiter oben unter Kosten eines Studiums.

Doch keine Sorge, es gibt verschiedene Wege und Möglichkeiten, das Studium Ihres Kindes zu finanzieren. Neben BAföG, Stipendien und Studienkrediten jobben die meisten Studierenden neben dem Studium. Was Sie dabei beachten sollten, finden Sie unter Jobben im Studium.

Als Eltern sind Sie aber auch verpflichtet, die erste Ausbildung Ihres Kindes zu finanzieren. Eine Möglichkeit hierzu ist das Kindergeld.

Kindergeld

Auch während des Studiums haben Sie weiterhin Anspruch auf Kindergeld. Solange sich Ihre Tochter oder Ihr Sohn in einem Ausbildungsverhältnis befindet, wozu auch ein Studium zählt, wird das Kindergeld einkommensunabhängig bis zum 25. Lebensjahr gezahlt.

Die Höhe des Kindergeldes richtet sich nach der Anzahl Ihrer Kinder und beträgt monatlich zwischen 184 und 215 Euro pro Kind. Die Beantragung des Kindergeldes erfolgt durch die Familienkasse bei der für Sie zuständigen Agentur für Arbeit.

Tipp: Das kostenfreie Informationsangebot Elternkompass der Stiftung der Deutschen Wirtschaft berät Eltern über die Möglichkeit eines Stipendiums für ihr(e) Kind(er).